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Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dr. Christof Reitzner Dr. Martin Stock Hauptstraße 71, 74889 Sinsheim |
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Empfehlungen für Sport in der Schwangerschaft
Schwangere sollten ihre sportlichen Aktivitäten während dieser Lebensphase keinesfalls aufgeben, sondern lediglich den Umständen anpassen.
[05.12.2006] Sicherlich gibt es Gegenanzeigen, bei denen in der Schwangerschaft lieber auf Sport verzichtet werden soll. Diese Risiken sollten vorher mit dem Arzt abgeklärt werden.
Bei einem "normalen" Verlauf einer Schwangerschaft hingegen liegt es allein bei der Schwangeren, ihre sportlichen Aktivitäten auf die körperlichen Umstände abzustimmen. Folgende Hinweise sollen ihr dabei eine Hilfestellung sein:
- Die Erhöhung des Körpergewichtes führt bei der Schwangeren zu einer stärkeren Belastung der Gelenke. Deshalb sollten Sportarten bevorzugt werden, die Hüft- und Kniegelenke weniger belasten, wie beispielsweise Schwimmen oder Wasser-Gymnastik (so genanntes Aqua-Fitness).
- Aufgrund der Gewichtszunahme kann es zur Fehlstellung der Wirbelsäule (Hyperlordose) kommen. Hierdurch kann das Gleichgewichtsempfinden der Schwangeren beeinträchtigt werden. Von einer Sportart, die körperliche Balance erfordert, ist daher während der Schwangerschaft abzuraten.
- Aufgrund des veränderten Hormonspiegels nimmt die Festigkeit der Bänder des Bewegungsapparates ab. Bei "falschen Belastungen" kann es daher leicht zu Verletzungen durch beispielsweise Umknicken kommen.
- Bei Schwangeren mit starken vorzeitigen Gebärmutterkontraktionen müssen die Betroffenen vor allem ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ihre sportliche Aktivität etwas mäßigen bzw. ganz einstellen. Bei vorzeitiger Wehentätigkeit ist stets und unverzüglich der Frauenarzt zu informieren. Bis dahin sollte kein Sport getrieben werden, bis dieser durch den Frauenarzt ausdrücklich genehmigt wird.
- Auch das Herz-Kreislauf-System stellt sich auf die optimale Versorgung des Ungeborenen ein: Das Blutvolumen und die Herzfrequenz nehmen zu und die Intensität des Blutflusses verändert sich ebenfalls. Auch die Atemarbeit erhöht sich im Verlauf einer Schwangerschaft zunehmend. Die Schwangere sollte sich bei der Wahl ihrer Sportart darauf einstellen und auf Erschöpfungssignale frühzeitig reagieren.
- Viele Schwangere haben Sorge, dass dem Ungeborenen während einer sportlichen Aktivität weniger Energie zur Verfügung gestellt werden kann, weil diese für die sportliche Aktivität verbraucht werden würde. Diese Angst ist unberechtigt - vorausgesetzt die Schwangere achtet auf eine gesunde Ernährung mit einer ausgewogenen Vitalstoffversorgung.
Grundsätzlich sind also maßvolle sportliche Aktivitäten auch in der Schwangerschaft empfehlenswert, solange sie keine unnötigen Risiken für Sportverletzungen bergen, und der Energie-, Vitalstoff- und Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird.
Quelle: Artal R, O´Toole M: Guidelines of the American College of Obestricians and Gynecologists für exercise during pregnancy and portpartum period. Br J Sports Med 37 (2003) 6 - 12
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