Die nachfolgende Zusammenstellung ist nicht vollständig. Sie wird immer wieder ergänzt. Ziel soll eine Übersicht über die in der Anti Aging-Medizin häufiger vorkommenden Hormone sein und nicht eine vollständige wissenschaftliche Abhandlung. Hier müssen wir auf die entsprechende Fachliteratur verweisen.
Tumormarker für Keimzelltumoren und für das primäre Leberzellkarzinom (in 90% aller Fälle erhöht). AFP ist auch in der Schwangerschaft bei Fehlbildungen des Fetus erhöht (Neuralrohrdefekte, Trisomie 21).
Siehe auch TumormarkerAndrostendion wird zu ca. 90% von den Eierstöcken und Nebennieren produziert. Etwas 10% des Androstendions entstehen durch Umwandlung aus dem Hormon DHEA (siehe dort).
Androstendion gehört zu den Androgenen. Ein Androgenmangel kann sich äußern durch Hautalterung, Verlust an Muskelmasse und Zunahme der Fettmasse, verminderte Stressbelastbarkeit, geschwächtes Immunsystem, Haarausfall und Libidomangel.
Erhöhte Androstendionwerte werden bei Frauen mit vermehrter Körperbehaarung gefunden. Dies geht meist mit der Erhöhung weiterer Androgene einher. Auch bei Frauen mit dem vermehrten Eierstockzysten (polyzystische Ovarien) und bei Frauen mit einem so genannten Androgenitalen-Syndrom findet man erhöhte Androstenisonwerte.
Normalerweise zum Nachweis einer Schwangerschaft eingesetzt. Kann als Tumormarker bei Keimzelltumoren, bei Chorionkarzinom oder bei einer Blasenmole erhöht sein.
Siehe auch TumormarkerKlassischer Tumormarker für den Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Es kann aber auch bei gutartigen gynäkologischen Tumoren wie chronischen Eierstockzysten oder der Endometriose erhöht sein. Auch bei einer Schwangerschaft, einer Leberzirrhose und bei entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerose, M. Crohn) ist das CA 125 evtl. erhöht.
Siehe auch TumormarkerKlassischer Tumormarker für den Brustkrebs (Mamma-Carcinom). Gut geeignet zur Verlaufskontrolle. Kann auch bei einem Eierstockkrebs oder bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Leberzirrhose erhöht sein.
Siehe auch TumormarkerKlassischer Tumormarker. Eine CEA-Erhöhung findet sich bei ca. 30% aller lokal wachsenden Tumoren und bei 60% aller fortgeschrittenen Karzinome. Gut zur Verlaufskontrolle geeignet. Das CEA ist allerdings bei Rauchern, bei Leberzirrhose, Lungenemphysem, Bronchitis und der Colitis ulcerosa (Darmschleimhautentzündung) leicht erhöht (bis 20 µg/l). Werte darüber sind verdächtig auf ein Karzinom.
Siehe auch TumormarkerDas Hormon Cortisol wird im Körper vermehrt während Aufregung oder Stress ausgeschüttet. Es ist von lebenswichtiger Bedeutung für den Körper. Es muss auch bei der Therapie mit anderen Hormonen kontrolliert werden.
Schlechte Reaktion des Körpers in Gefahrensituationen. Tritt auf z. B. auch beim Burnout-Syndrom.
Chronisch hoher Blutzuckerspiegel, Übergewicht, Infektanfälligkeit - vor allem im Zusammenhang mit niedrigen DHEA-S-Spiegeln.
Das CBG bindet zu 90% das Nebennierenrindenhormon Cortisol, aber auch Östrogene und Testosteron.
Erhöhte Werte finden sich im Rahmen einer Hormontherapie.
DHEA mit seiner kurzen und sein Sulfat DHEA-S mit seiner langen Halbwertszeit sind Marker für die Androgensekretion in der Nebenniere. Etwa 90% des DHEA-S stammen aus der Nebenniere. DHEA-S ist die Speicherform des DHEA und hat den labordiagnostischen Vorteil, nur geringfügige Tagesschwankungen aufzuweisen und individuell gut reproduzierbar zu sein.
DHEA entfaltet seine Wirkungen teils durch sich selbst, teils durch Vermittlung seiner Metabolite (Stoffwechselprodukte). Es dient als Vorstufe für Androgene und Östrogene und stimuliert das Wachstumshormon, wodurch sich seine anabole Wirksamkeit erhöht. Es beeinflusst den Fettstoffwechsel und die Insulinempfindlichkeit positiv. Als Neurotransmitter schützt DHEA Nerven und Gehirn und wirkt blutdrucksenkend. DHEA stärkt das Immunsystem, was man sich bei Autoimmunerkrankungen und bei der Tumorabwehr zunutze machen kann. Außerdem wirkt es antioxidativ, schützt also vor freien Radikalen.
Ab dem 30. Lebensjahr entwickelt sich kontinuierlich die Adrenopause durch fortschreitenden Abfall des DHEA. Dadurch bedingt verringern sich auch die nachfolgenden Hormone wie Androstendion, Testosteron, Dihydrotestosteron sowie die Östrogene. Leitsymptom dieses DHEA-Abfalls ist der Vitalitätsverlust. Eine DHEA-Substitution wird niedrig dosiert und individuell angepasst.
Die Erhöhung des DHEA-S, die adrenale Hyperandrogenämie, kann einen wichtigen Faktor in der Diagnostik und Therapie des unerfüllten Kinderwunschs ausmachen. Aber auch Hirsutismus (Vermännlichungserscheinungen bei der Frau) und Akne können durch erhöhte Spiegel bedingt sein.
Leptin, das "unbestechliche" Hormon aus den Fettzellen, zeigt uns auch die verstecktesten Fettdepots an und ist ein sehr guter Marker für die Zusammensetzung des Körpers (body composition). Im Rahmen der PCO-Früherkennung (polycystische Ovarien = Zystenerkrankung der Eierstöcke) spielt es eine immer größere Rolle, denn es zeigt bereits im Jugendalter eine entsprechende Fehlentwicklung an (ebenso wie der Insulin-like-growth-factor 1 (IGF 1).
IGF 1 wird durch das Wachstumshormon STH (somatotropes Hormon) vermehrt gebildet. Es wird vorwiegend in der Leber und im Bindegewebe gebildet und ist somit ein indirekter Nachweis der Aktivität des Wachstumshormons STH. Die Bestimmung der IGF 1 ist viel billiger als der direkte Nachweis der STH. Der Abfall des STH bzw. des IGF 1 als Folge des Alterungsprozesses wird auch als Somatopause bezeichnet. Der Grad des IGF 1-Abfalls zeigt uns demnach an, wie stark das Wachstumshormon abgefallen ist bzw. weist auf eine schwere chronische Überbelastung hin.
In diesem Zusammenhang wird auch das Bindungsprotein für das IGF mit bestimmt, das BP3. Ohne ein ausreichend hohes BP3 nützt eine Gabe von IGF 1 nichts, da dieses im Blut nicht transportiert werden kann. IGF 1 ist auch einer der wichtigsten Tumormarker bei Wachstumshormon produzierenden Tumoren, z. B. der Hirnanhangsdrüse (Akromegalie).
Ein niedriger Leptinspiegel findet sich bei Mangelernährung oder bei gut durchtrainierten Sportlern.
Ein hoher Leptinspiegel weist auf Übergewicht oder eine falsche Körperzusammensetzung mit zu hoher Fettmasse hin.
LH und FSH werden in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet und sind Botenstoffe für die Keimdrüsen. Bei der Frau sind sie für die Eireifung und den Eisprung zuständig, beim Mann für die Reifung der Spermien.
Ein Mangel an LH und FSH kann eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein.
Melatonin wird in der Zirbeldrüse im Gehirn, im Darm und in der Netzhaut des Auges gebildet und bei Dunkelheit freigesetzt. Die nächtliche Freisetzung ist ca. 10-fach höher als am Tag. Melatonin wirkt durch die Koordinierung der Biorhythmen des Körpers wie eine Art Zeitgeber im Tag-Nacht-Rhythmus. Dieser Rhythmus ist beispielsweise beim so genannten Jetlag gestört. Durch die fehlende Ausschüttung des Melatonins kommt es zu keinen Tiefschlafphasen. Diese wiederum sind notwendig, damit das Wachstumshormon STH ausgeschüttet wird. Durch Störungen des Melatoninspiegels wird der Schlaf-Wachrhythmus nachhaltig gestört. Das heißt, häufig können schon Änderungen der äußeren Lebensgewohnheiten die Beschwerden bessern. Falls notwendig, gibt man eine Vorstufe dieses Hormons, das 5-Hydroxy-Tryptophan.
Melatonin regt auch das Immunsystem an.
Erniedrigte Spiegel kommen vor bei:
Erhöhte Spiegel kommen vor bei:
Östradiol ist das Hauptöstrogen bei der geschlechtsreifen Frau und ist bedeutsam im weiblichen Zyklus. Östrogene tragen zum Aufbau und Erhalt fast aller Stützstrukturen (Haut, Haare, Bindegewebe, Knochen etc.) und vieler Organsysteme bei und gehören zusammen mit den Androgenen und Wachstumsfaktoren zu den anabolen Substanzen.
Die bekanntesten Auswirkungen eines Östrogenmangels sieht man in den Wechseljahren: Hitzewallungen, Schwitzen, Nervosität, Depressivität, Schlafstörungen. Darüber hinaus hat ein Östrogenmangel noch weitaus schwerwiegendere Konsequenzen für verschiedene Organsysteme: Blutdrucksteigerung, Gefäßverkalkung, Herzinfarkt, Hautalterung, Haarausfall, Schrumpfung und Trockenheit der Geschlechtsorgane, Knochenschwund, Gelenkerkrankungen, Demenz, Gedächtnisstörungen ... Diese Alterserscheinungen betreffen Männer und Frauen gleichermaßen!
In den letzten Jahren wurde die Östrogenersatztherapie bei Frauen mit hochdosierten Tablettengaben durchgeführt, was einen Anstieg des Risikos für Brustkrebs und Thromboembolien (Bildung eines Blutgerinnsels in den Gefäßen) zur Folge hatte. Das kann vermieden werden durch transdermale (durch die Haut) Gabe von Östradiol (in Form von Creme, Gel oder Pflaster) in niedriger, individuell abgestimmter Dosierung. Sinnvoll ist hier die Kombination mit Progesteron zur weiteren Reduzierung des Risikos.
Pregnenolon ist ein äußerst vielseitiges natürliches Cholesterin-Stoffwechselprodukt und die Vorläufersubstanz für zahlreiche wichtige körpereigene Hormone (z.B. Östrogen, Testosteron, Cortisol, DHEA). Da die im Körper produzierte Menge an Pregnenolon mit fortschreitendem Alter abnimmt, vermindern sich auch die von Steroid-Hormonen abhängigen Körperfunktionen. Die regelmäßige ergänzende Zufuhr von Pregnenolon kann diese Stoffwechselfunktionen wieder aktivieren, zahlreiche Erkrankungen günstig beeinflussen und vor altersbedingtem körperlichem Abbau schützen. Manche Wirkungen von Pregnenolon wie die Verbesserung der Gedächtnisleistung werden auf direkte Pregnenolon-Effekte zurückgeführt.
Die zusätzliche Einnahme von DHEA steigert die Wirkung beider Substanzen.
Progesteron hemmt im Zyklus der geschlechtsreifen Frau das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und hat eine schwangerschaftsfördernde Wirkung. Außerdem hat Progesteron noch viele weitere positive Auswirkungen auf den Körper: Es führt zu ausgeglichener Stimmungslage (psychische Balance), verlangsamt die Alterung des Gehirns, schützt vor Knochenschwund und vermindert die Hautalterung.
Wichtigster Screening-Marker für den Prostatakrebs (zusammen mit der klinischen Untersuchung!). Wichtig ist bei einer Erhöhung das Verhältnis zwischen freiem und gebundenem PSA bzw. die Bestimmung weiterer Tumormarker. Wichtig ist hier häufig die Verlaufsbeobachtung (wie schnell ändert sich der Wert?).
Siehe auch TumormarkerErhöht bei Plattenepithelcarcinomen des Gebärmutterhalses, der Speiseröhre, der Lunge oder bei Tumoren im HNO-Bereich.
Siehe auch TumormarkerSerotonin wird häufig als das "Glückshormon" bezeichnet. Es hat eine Vielzahl von Wirkungen auf unser Gefühlsleben, besonders im Hinblick auf Depressionen, Panikanfälle, Kopfschmerzen, Autoaggressivität, das Essverhalten, die Stressverarbeitung.
Heißhunger auf Süßigkeiten, Antriebslosigkeit, verminderte Belastbarkeit. Ein Mangel an Serotonin kann zu Schlafstörungen sowie krankhaften Verspannungen der Muskulatur, Krämpfen der Herzkranzgefäße und Fibromyalgie beitragen => Serotonin-Defizit-Syndrom. Häufig bessern sich diese Symtome durch die Gabe der gemeinsamen Vorstufe des Serotonins und des Melatonins, das 5-Hydroxy-Tryptophan innerhalb von 2 - 4 Wochen.
Sehr niedrige Serotoninspiegel können auch unter der Einnahme von bestimmten Mitteln gegen Depressionen oder bestimmten Blutdruck-Medikamenten auftreten.
Stark erhöhte Serotoninspiegel werden bei einem hormonbildenden Darmtumor gefunden, dem Karzinoid.
Das SHBG bindet Testosteron, die Östrogene sowie die übrigen 17-ß-Steroide (Geschechtshormone). Es ist ein wichtiger Parameter bei der Diagnostik von Störungen des weiblichen Zyklus und bei der Überwachung einer Hormontherapie bei Frauen und Männern.
Atypische Konstellationen des SHBG können auf eine Schilddüsenstörung hinweisen sowie auf Störungen des Wachstumshormons sowie auf Leberstörungen durch Medikamente, die über die Leber aufgenommen werden, bis hin zur Leberzirrhose.
Bei einer Behandlung mit weiblichen Hormonen finden sich grundsätzlich hohe Werte.
Altersveränderungen sind durch erhebliche funktionelle und organische Veränderungen verursacht, die in ihrer Summe auch für die zahlreichen altersbezogenen Erkrankungen ursächlich sind. Unter diesen Veränderungen dürfte der Verlust der Ausschüttung von Wachstumshormon eine wichtige Rolle spielen, da das Wachstumshormon eine wesentliche anabole Wirkung hat. Die Abnahme des Wachstumshormons stellt also einen wichtigen Faktor im Rahmen des Alterungsprozesses dar. Immerhin ist etwa die Hälfte des Hypophysenvorderlappens durch die Wachstumshormonsekretion besetzt, was die besondere Bedeutung dieses Hormons für die Regeneration der körperlichen und geistigen Vitalität anzeigt.
Minderwuchs im Kindesalter
Bei Erwachsenen führt ein Mangel zu folgenden Veränderungen:
Riesenwuchs, Akromegalie (übermäßiges Wachstum an den Akren wie Nase, Kinn, Finger, Schädelknochen)
Zeichen einer Überdosierung können sein:
Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon (Androgen). Es wird hauptsächlich in den Hoden gebildet. Bei Frauen produzieren die Eierstöcke und die Nebennierenrinde ebenfalls geringe Mengen an Testosteron. Produktion und Ausschüttung des Testosterons wird über das luteinisierende Hormon (LH) gesteuert. Durch den Ab- und Umbau des Testosterons wird das noch wirksamere Dihydrotestosteron gebildet. Testosteron ist im männlichen Organismus zuständig für die Entwicklung der Geschlechtsorgane und für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale Behaarung und tiefe Stimme. Außerdem ist es mitbeteiligt an der Samenbildung.
Testosteron bewirkt bei beiden Geschlechtern
Kann zu Haarausfall bei Frauen und Männern führen. Die nachlassende Funktion der Keimdrüsen mit erniedrigtem Testosteron-Spiegel wird als Gonadopause bezeichnet.
Kann zu vermehrter Behaarung, vermehrtem Muskelaufbau und einer gesteigerten Libido bei Frauen führen.
Sammelbegriff für bestimmte Eiweißstoffe im Blut, die auf einen Tumor hinweisen können. Tumormarker werden bei bekanntem Tumor auch häufig als Verlaufskontrolle eingesetzt. Da viele Tumoren auf Hormone reagieren können, müssen vor der Gabe von Hormonen die passenden Tumormarker bestimmt werden. Typische Tumormarker sind (siehe dort):
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