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 Thema: CMD,Schwindel und einiges mehr....
Beitrag von: Alexandra 05.09.2008 16:28 Seitenanfang 

Hallo Herr Dr.Reitzner,



erst einmal vielen Dank für ihre nette und hilfsbereite
"Behandlung" ,ich fühle mich bei ihnen in
ihrer Praxis sehr gut aufgehoben,so etwas habe ich in
meiner gesamten Krankenlaufbahn noch nicht erlebt!
Als nächstes würde ich gerne mal etwas wissen: Durch
meine Zahnärztin habe ich die Diagnose CMD bekommen,sie
fertigt mir nächste Woche eine Biss-Schiene an.Von
ihnen habe ich ja Myofasciales Triggersyndrom als Dia.
erhalten.Gibt es einen zusammenhang zwischen diesen
Diagnosen und meinem Schwindel? Ausserdem Habe ich ja
noch einen Beckenschiefstand von ca.1,2cm.Was gibt es
für Therapien,solltet ihr als Ärzte
zusammenarbeiten?Ist es mit einer Schiene und
Stoßwellentherapie getan?

Bitte verstehen Sie dass ich nach 15Monaten Schwindel endlich mal Licht am ende des Tunnels sehen möchte.

Mit freundlichen Grüssen

Alexandra Muser


Beitrag von: c-reitzner Antwort: 25.09.2008 12:42 Seitenanfang 

Sehr geehrte Frau Muser,

Vielen Dank für Ihre E-mail vom 05.09.08.

Zu Ihrer speziellen Frage:
Es gibt nach neueren Erkenntnissen eindeutige Zusammenhänge zwischen der Diagnose CMD (craniomandibuläre Dysfunktion) und dem myofascialen Triggerpunktsyndrom. Insbesondere kann eine Fehlstatik/Beckenschiefstand für beides ursächlich sein.

Grundsätzlich sollten wir Ihre spezielle Problematik mit der unerfreulich langen Vorgeschichte von 15 Monaten besser persönlich besprechen. Vorab kann ich Ihnen jedoch auf diesem Wege schon folgendes mitteilen:
Wir sollten möglichst mit einer 4D-Wirbelsäulenvermessung die Beinlängendifferenz und Fehlstatik noch untersuchen. Die Vermessung der Wirbelsäule hat zum Ziel, das Krümmungsverhalten der Wirbelsäule, Rotationsfehlstellungen und eine unphysiologische Beckenkippung zu analysieren. Abweichungen von den Normwerten gehen oft mit charakteristischen und schmerzhaften Veränderungen der Muskelspannung einher. Anhand der Analyse kann eine gezieltere Therapie erfolgen als nur aufgrund der Auswertung des nur 2-dimensionalen Röntgenbildes.

Z. B. durch Schuhzurichtungen, Verkürzungsausgleich o. ä. kann dann die Fehlstatik ausgeglichen werden. Das bereits entstandene und chronifizierte myofasciale Triggerpunktsyndrom kann üblicherweise durch 3-5 Sitzungen der Triggerstoßwellentherapie ggf. mit begleitender oder anschließender Physiotherapie behoben werden.

Ihre Schwindelsymptomatik kann unter dem Begriff referred pain/fortgeleitete Symptome erklärt werden. Aus diesen Zentren hoher Muskelverspannungen, früher Myogelosen heute sogenannte Triggerpunkte, können fortgeleitete Schmerzen, Taubheitsgefühle, Missempfindungen, Ohrgeräusche, Schwindel u. ä. Symptome entstehen, die nach Behebung der muskulären Fehlspannung dann ebenfalls üblicherweise nachlassen.

Und so wird hoffentlich auch Ihr Schwindel zu beheben sein. Zumal ja in allen anderen angrenzenden Fachgebieten (HNO, Neurologie usw.) kein Befund erhoben werden konnte.

Ob die Biss-Schiene sich dann auch mittelfristig erübrigt oder noch weitere zahnarztspezifische Gründe zur Therapie mit einer Biss-Schiene vorliegen kann selbstverständlich nur Ihre Zahnärztin beurteilen. Selbstverständlich macht es Sinn hier zusammen zu arbeiten. Gerne können Sie hier einen Kontakt herstellen, so dass ich mich mit der Kollegin über Ihren Fall telefonisch austauschen kann.

Viele Grüße
Dr. Reitzner (Facharzt für Orthopädie)



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